Frank-Christian Lüdt ehemaliger Musiker im Blasorchester Köpenick Das Jahr 2005 in einem (!) Satz Der Aufforderung der Erfinder dieses Kalenders folgend, das Jahr 2005 “ in einem Satz zu beschreiben“ folge ich gern und nehme die Aufforderung mit einem Schmunzeln sehr sehr wörtlich, wenngleich es nicht ganz einfach ist, weil es in diesem Jahr viele Ereignisse gab, die von hervorragender Bedeutung sind, wie zum Beispiel die Wahl der ersten deutschen Bundeskanzlerin im November oder der Tod von Papst Johannes Paul II. im April 2005, die vermutlich jeden, auch in unserem Orchester, mehr oder weniger oder auf die eine oder andere Art nahe gegangen sind, so dass man von derartigen Ereignissen durchaus sagen kann, dass nicht jeder von ihnen gleich berührt oder erfreut ist, was allerdings für das wichtigste Ereignis für das Orchester in diesem Jahr wohl kaum gilt, denn abgesehen davon, dass alle Musiker für dieses eine Ziel mit einem großen zeitlichen und persönlichem Aufwand zu erreichen versucht haben und punktgenau eine Leistung erbracht haben, die von den Juroren beim Landesblasmusikfest in Frankfurt (Oder) mit einem „hervorragend“ in der Kategorie Oberstufe quittiert wurde, werden die Anspannung sowohl vor, wie auch nach dem Wertungsspiel bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses, mir, der zum ersten Mal an einem Wertungsspiel teilnahm und das, obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch kein ganzes Jahr in dem Orchester gespielt habe, aber auch allen anderen, die sich als Musiker zum wiederholten mal einer solchen Herausforderung gestellt haben, genauso in Erinnerung bleiben, wie die Unterkunft in Frankfurt (Oder), die improvisierten Proben in dem Treppenhaus der Unterkunft, die Begrüßungsveranstaltung mit dem „Einmarsch“, den ich selbst leider nicht erleben konnte, die bangen Minuten bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses, bis hin zu dem Platzkonzert in Slubice, das ich als ziemlich windige Geschichte in Erinnerung habe, begann es doch mit dem Marsch über die Grenzbrücke in Frankfurt (Oder), wo wir ohne zu musizieren hinter einem Fanfarenzug, jedenfalls glaube ich, dass es einer war, bin mir da aber nicht mehr zu 100 Prozent sicher, her marschiert, um uns vor der drohenden Ausweiskontrolle zu drücken, so dass wir auch keinen Einfluss auf den vom Fanfarenzug gespielten Titel, Preussens Gloria, hatten, der unüberhörbar an den Abfertigungshäusschen der Grenzschutzbeamten zu intonieren begonnen wurde und bei dem ich mich ernsthaft gefragt habe, ob es nicht vielleicht zu Verwirrungen kommen kann, wenn ein bzw. 2 deutsche Orchester mit urpreussischer Musik nach Polen marschieren, wobei aber dann doch schnell klar wurde, dass diese Befürchtung unbegründet ist, weil Musik egal in welcher Form, Lautstärke oder sonstiger Art und Weise hervorgebracht wird, einen verbindenden Charakter hat, der keine Grenzen kennt und für mich persönlich zu einer schönsten Freizeitbeschäftigungen zählt, denn wo sonst finden sich Menschen mit den verschiedensten Biographien zusammen, die gemeinschaftlich ein solch hervorragendes Ergebnis vorweisen können? |