Herbst 1996 – wie alles begann: Meine Mutti spielt seit kurzem wieder in einem Blasorchester mit und wurde an die „Köpenicker“ ausgeborgt – für ein Konzert in Ungarn.Wir drei (meine beiden Schwestern und ich) durften mit zum Probenwochenende „am Hölzernen See“ fahren. Bei den Proben life dabei zu sein, war viel interessanter als der Fernseher in unserem Familienzimmer. Tina und ich saßen bei den Proben beinebaumelnt auf einem Tisch – gleich hinter dem Dirigenten. Das war ja soooo aufregend und spannend, was da in einem Orchester so passiert. Nicht nur Mutti verknotete ihre Finger an der 2. Klarinette bei der „Second Suite“ von G. Holst. Und wann holt sie eigentlich Luft – auch mal zwischendurch - oder nur dann, wenn der Dirigent es erlaubt ??? Freche Lieder lernen, die da alle zusammen abends am Seeufer unter dem Sternenhimmel beim Lagerfeuer singen – und dabei noch so richtig rumtoben dürfen–da schlug mein abenteuerhungriges Herz Purzelbäume. Das war ( und ist es heute noch ) eben eine eine lustige dufte Truppe. In diesem Orchester wollen wir unbedingt auch einmal mitspielen – Wir müssen nur noch ein passendes Instrument lernen !!! … Ob Mama und Papa damit einverstanden sind ? ... Meine liebste große Schwester Jana hat ja schon angefangen. Sie ist ja auch schon 13... Meine liebste kleine Schwester Tina – sie ist immerhin ein Jahr älter als ich möchte so gern Oboe spielen, und ich-na was meint ihr, wovon träumt ein 8 Jähriger lebhafter Flitz-Um-die Eck: natürlich von etwas gaaaanz lauten ... ... Sie waren es: Jana spielt heute Flöte und Picollo, Tina spielt heute Glockenspiel, Xyllophon, Percussions und Flöte Und ich die wichtige 3. Trompete ! |
| Michael Hankewitz, Flügelhorn Tja, liebe Freunde der Blasmusik, 12 Jahre ist es nun schon her, als man die Jahreszahl 1996 noch in Stein meißelte und auf Papyrus ritzte. Die meisten Musiker mit ihren Knochentrompeten und ihrem Schildkröten- panzer- Schlagzeug trugen ja, ein Glück, schon Intimbekleidung, zumindest bei den Auftritten…...Es war das großartige Jahr nach unserem grandiosen „Sieg“ beim Wertungsspiel zum 1. Bundesmusikfestival in Münster. Ach ja, da fällt mir ja ein, wir fahren bereits diese Woche zum 3. Bundesmusikfestival nach Würzburg … Blasmusik - Kinder wie die Zeit vergeht. Weiter im Text… Alle waren noch in voller Euphorie und Motivation, aber wir wollten 1996 zum Ausruhen und AusproBIERen neuer Noten nutzen. Ich, für meinen Teil, erlangte meinen ganz persönlichen Erfolg – DURCH DAS ORCHESTER: Ich hatte die große Ehre, als Militärmusiker im Heeresmusikkorps 400/ Stabsmusikkorps Berlin meinen verlängerten Wehrdienst zu absolvieren. Eine überaus gelungene Sache, wenn man bedenkt, dass dieser Erfolg nur aus einem Hobby fruchtete. Manch einer von Euch (besonders die Jüngeren) spielt heute wieder mit dem Gedanken, mehr aus diesem wunderschönen Hobby zu machen. Warum nicht?! Und so ging ein schicksalsbehaftetes Jahr im Beisein seiner Treuesten zu Ende … im Osten nichts Neues. |