Robert Marx  -  Tenorhorn
                     

 Das Jahr 1995 werde ich nicht so schnell vergessen, in diesem nahmen wir an
 unseren ersten Wertungsspiel ( nach der Wende ) teil.


 Damals war das Orchester noch nicht mit Holzblasinstrumenten besetzt, sondern
 bestand aus einen reinen Blechsatz. Da es für uns das erste Wertungsspiel war,
 nahmen wir beim 2. Bundesmusikfest in Münster, in der Mittelstufe teil.


 Am Freitag vor Pfingsten ging es los, Abfahrt und die ersten aufgeregten Gesichter
 waren schon zu sehen. Unterkunft bezogen wir bei einem Partner Orchester in der
 Nähe von Münster in Albersloh. Der Kennenlernabend wurde mit singen, musizieren
 und grillen gestaltet.  
Samstag das sollte der Tag der Entscheidung werden,
 Vormittag wurde geprobt und Nachmittag auf nach Münster zum Wertungsspiel,
 und die Nervosität und Aufgeregtheit nahm zu.


 WERTUNGSSPIEL!!!! Was da einem durch den Kopf geht brauch ich nicht schreiben.
 Die Situation war ungefähr die: 40 Mann Blasorchester hoch konzentriert und
 aufgeregt, 3 Mann Jury (keine Ahnung was denen wohl durch den Kopf gegangen
 ist und es waren sogar Zuschauer dabei. Nachdem Wertungsspiel merkte man
 sichtlich wie der Stein vom Herzen viel und alle wieder in eine aufgelockerte
 Stimmung verfielen, aber da war ja noch das warten auf den Dirigenten, nachdem
 er ohne viele Worte vom Dirigentengespräch kam hieß es jetzt warten, wann die
 Wertung bekannt gegeben wird und wir haben erstmal Münster unsicher gemacht.


 Was ich hier nicht vergessen möchte ist die Stimmung im Festzelt gewesen und die
 war bombastisch und ich habe so etwas vorher noch nicht erlebt. Und eben in
 diesem Festzelt wurden am Pfingstsonntag die Wertungen bekannt gegeben. 
 Der Moderator mit einer monotonen Stimme fing bei der Unterstufe an und je
 weiter kam um so höher stieg in uns die Anspannung. Die Worte „ Das Blasorchester
 Köpenick hat in der Mittelstuffe das Prädikat `SEHR GUT` erhalten !“ bleiben mir ein
 Leben lang im Kopf, den da brach bei uns an den Tischen ein mittleres Beben aus
 und was soll man sagen wir haben gefeiert bis in die Puppen.


 Dieses ganze Wochenende wurde beendet mit einem Massenspiel in einem Stadion
 in Münster, was mir auch bis heute in Gedanken ist, den es war mein erstes
 Massenspiel.
 

 Nach diesem erfolgreichen Pfingstwochenende in Münster wurde beschlossen das
 wir das Orchester umstrukturieren und Hölzer ins Orchester aufnehmen. Nach ein
 paar Wochen war es dann auch soweit und wir hatten eine Flöte im Saal sitzen,
 schade nur, dass man sie nicht hören konnte, da der gewaltige Blechsatz sie in
 den Boden gespielt hat. Und so kamen in den nächsten Jahren immer mehr Musiker
 zu uns.


 Das Jahr 1995 gestaltete sich weiter in Auftritten und wir gaben unser erstes Galakonzert
 in der Fröbel Schule mit einem befreundeten Orchester aus Berlin. Im nach hinein hat
 das Jahr 1995 viele Veränderungen gebracht, die uns heute noch im Positiven
 Beeinflussen.


 Und noch was in eigener Sache aus heutiger Sicht, nach 20 Jahren Blasmusik, die
 eine menge in meinem Leben ausmacht, ach Leute „ICH BLEIB DABEI!!!“